Kurzüberblick zur Biomassenutzung in Deutschland

Die energetische Nutzung von Biomasse, d.h. von Holz, Bioabfällen, Gülle und anderen Stoffen pflanzlicher und tierischer Herkunft birgt große Potenziale für die Wärme- und Stromerzeugung und für Kraftstoffherstellung.
Die Rahmenbedingungen für die Nutzung des erneuerbaren Energieträgers Biomasse wurden durch das EEG, die BiomasseV, das Marktanreizprogramm zur Förderung erneuerbarer Energien sowie die Darlehensprogramme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) deutlich verbessert und führten zu einem spürbaren Ausbau der Bioenergien.
Biomasse ist der vielseitigste erneuerbare Energieträger. Er kann als fester, flüssiger oder gasförmiger Energieträger zur Bereitstellung von Wärme, zur Stromerzeugung oder als Kraftstoff eingesetzt werden.
Strom aus Biomasse fällt in den Anwendungsbereich des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Welche Stoffe im Anwendungsbereich des EEG als Biomasse anerkannt werden, regelt die BiomasseV Mit EEG und Biomasseverordnung wurden die Weichen gestellt für eine klima- und ressourcenschonende Stromerzeugung aus nachwachsenden Rohstoffen sowie biogenen Rest- und Abfallstoffen.
Die Biomassenutzung in Deutschland weist große Wachstumspotenziale auf. Zum Ende des Jahres 2002 leistet die Biomasse einen Beitrag von rd. 3,5 % zur Wärmebereitstellung, rd. 1 % zur Bruttostromerzeugung und rd. 0,8 % zur Treibstoffbereitstellung. Das langfristige Potenzial entspricht einem Anteil von rd. 10 % an der Stromversorgung und rd. 20 % an der Wärmebreitstellung. Ende 2002 waren in Deutschland rd. 100 Biomasseheizkraftwerke mit einer elektrischen Leistung von ca. 400 MW in Betrieb und rd. 1.900 Biogasanlagen mit einer elektrischen Leistung von rd. 250 MW am Netz.
Im Bereich der Kleinstfeuerungsanlagen mit einer Feuerungswärmeleistung von unter 15 kW werden derzeit rd. 35% des energetisch genutzten Holzes eingesetzt. Schätzungsweise sind in Deutschland rd. 2,6 Mio. Kaminöfen, 2,5 Mio. Heizkamine/offenen Kamine und rd. 1,8 Mio. Kachelöfen, also rd. 7 Mio. Einheiten in Betrieb.
Im Leistungsbereich zwischen 15 und 1000 kW wird der Anlagenbestand auf etwa 200.000 bis 400.000 geschätzt. Etwa die Hälfte des energetisch genutzten Holzaufkommens entfällt auf diese Anlagengruppe. Oberhalb von 1000 kW Feuerungswärmeleistung gibt es etwa 1000 Anlagen, auf die ungefähr 15% des energetisch genutzten Holzaufkommens entfällt.
Biogene Stoffe können schließlich auch regenerative Energien im Verkehr in Fahrt bringen. Seit 1997 landet immer mehr sog. Biodiesel (Rapsölmethylester) in den Tanks von Fahrzeugen. Beim Absatz von Biodiesel ist seit 1997 ein deutlicher Aufschwung zu verzeichnen. Biodiesel ist ein ausgereifter Kraftstoff, für dessen Qualität Mindestanforderungen bestehen, die in der deutschen Biodieselnorm ( E DIN 51606) festgelegt sind.
Viele Automobilhersteller haben inzwischen für ihre Modelle Freigaben für Biodiesel erteilt, d.h. in diesen Fahrzeugen kann Biodiesel problemlos eingesetzt werden. In Deutschland gibt es derzeit weit über 1.300 Tankstellen, die Biodiesel anbieten. Die Produktion von Biodiesel ist im 1. Halbjahr 2003 gegenüber dem Vorjahr weiter angestiegen. Zum Jahresende wird eine Produktion von 650.000 t Biodiesel erwartet (2002: 550.000 t)
Am 17. Mai 2003 ist die Richtlinie 2003/30/EG des Europäischen Parlaments und des Rates zur "Förderung der Verwendung von Biokraftstoffen oder anderen erneuerbaren Kraftstoffen im Verkehrssektor" in Kraft getreten. Mit dieser Richtlinie wurden Richtwerte für Mindestanteile an Biokraftstoffen im Kraftstoffmarkt beschlossen. Die Umsetzung dieser Richtlinie unterstützt die europaweite Markteinführung von Biokraftstoffen, schafft damit einen neuen Absatzmarkt für landwirtschaftliche Rohstoffe und leistet einen Beitrag zur Minderung der CO2-Emissionen des Verkehrssektors.
(Quelle: BMU)