Das Biomasseheizwerk Gelbensande

Schornstein
Jagdschloß Gelbensande
Kessel
E-Filter
Radlader
Sieb
Gelbensande ist ein kleiner Ort 15 km östlich von der Hansestadt Rostock am Rande des Küstenwaldes „Rostocker Heide“ gelegen. In der Gemeinde leben ca. 2000 Bürger.
Der Ort wird touristisch durch viele Wanderer und Radfahrer berührt, er liegt Luftlinie 8 Km vom Ostseestrand entfernt. Die reine Wald- und Ostseeluft ist sehr erholsam und gilt es zu bewahren.
Die Gemeinde hat eine eigene kommunale Gesellschaft, welche den größten Teil des Ortes über ein Fernwärmenetz mit Wärme versorgt. Zu den Fernwärmekunden zählen 535 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern, ca. 80 Eigenheime, eine Schule, eine Sporthalle, ein Kindergarten, Verkaufseinrichtungen, die Amtverwaltung, Feuerwehrgerätehaus, ein Pflegeheim und das Jagdschloss Gelbensande.
Die Gemeindevertreter von Gelbensande hat im Jahr 1996 beschlossen, einem privaten Investor die Einspeisung von Wärme aus einem Biomasseheizwerk in das kommunale Fernwärmenetz zu ermöglichen und hat sich zum Ankauf der benötigten Wärmeenergie verpflichtet.

Das Biomasseheizwerk hat im Oktober 1997 den Probebetrieb aufgenommen.
Das Herzstück der Anlage ist eine Bioflamm – Vorfeuerung inklusive Wärmetauscher mit einer Gesamtfeuerungsleistung von 2320 KW der Firma WVT (Wirtschaftliche Verbrennungs-Technik) aus Overath-Untereschenbach.
Die Verbrennungsgase werden mit einem Elektrofilter der Firma Scheuch gereinigt.


Im Jahr werden durchschnittlich 7000 MWh Wärmeenergie aus ca. 2100 Tonnen Holzhackschnitzel der Qualitäten A1 und A2 erzeugt. Die Hackschnitzel werden per LKW aus Region (MV, SH) geliefert. In der Lagerhalle und dem sich anschließenden Freilager kann ein Hackschnitzelvorrat von 700 Tonnen eingelagert werden. Die Lagerlogistik und die Tagesbevorratung des Schubbodens mit 80 m³ werden mit einem Radlader durchgeführt.

Um Störungen der Verbrennungsanlage, insbesondere der Fördersysteme zu vermeiden, werden die Holzhackschnitzel vor dem Einbringen auf den Schubboden gesiebt.
Bezogen auf das eingesetzte Holz werden 1 bis 3% Asche entsorgt.
Durch das Biomasseheizwerk, inklusive der Energieholzaufbereitung wurden 2 Arbeitsplätze geschaffen, wobei der 24 Stunden automatischer Betrieb über eine telefonische Störmeldung durch einen Bereitschaftsdienst überwacht wird. In den Bereitschaftsdienst sind weitere auf dem Betriebsgelände ansässige Firmen eingebunden.
Fazit:
Außer der Nachhaltigkeit für die Region, der Schaffung von direkten Arbeitsplätzen und den Arbeitsplätzen der Zuliefer- und Dienstleistungsfirmen ist auch die Umweltverträglichkeit durch die CO2 - Neutralität hervorzuheben.